Schlagwort-Archiv: test

Jan
06

Im Mäusefieber – Logitech MX Air getestet

logitech-mx-air_200Kaum schrieb ich neulich über das milliardste verkaufte Produkt von Logitech, und schon fiel mir die nächste Sensation in Sachen Mäuse in die Hände – nämlich in Form einer nagelneuen MX cordless AIR Mouse – auch von Logitech! Unglaublich aber wahr: Mit der MX Air braucht man einfach keinen Tisch, geschweige denn ein Mousepad mehr. Die Maus läßt sich vollständig in der Luft nutzen… zum Bewegen des Mauszeigers, zum Klicken, Scrollen oder zur Steuerung des Mediaplayers. Auf dem Schreibtisch bietet die Lasertechnik präzise Abtastung und sofortige Reaktion. In der Luft wandelt die neue Freespace™-Bewegungserkennung Handbewegungen in natürliche Mausbewegungen um.

Mein Testurteil nach 4 Wochen täglicher Nutzung:
Die Bewegung in der Luft ist wirklich faszinierend! Vor allem die verwirrten Blicke der Kollegen, wenn man während der Arbeit oder Präsentation aufsteht und die Maus von zwei Meter weiter hinten bedient, sind nicht schlecht…
Allerdings denke ich, der beste Einsatzort für die MX Air ist der Multimedia-Computer zuhause, mit dem man auch Musik hört, Filme schaut etc. – da wird die Maus zur Fernbedienung! (Sieht übrigens auch klasse aus auf dem Wohnzimmertisch.) Am Schreibtisch im Büro bin ich allerdings nach 4 Wochen wieder zurück zu meiner alten Logitech MX Laser gegangen. Die hat einfach mehr Knöpfe und ist noch etwas ergonomischer…

Mein Urteil: 4 von 5 Sternen

Sep
26

Google Admanager Testbericht

Google AdmanagerDer Google Admanager ist die neue, wie immer kostenlose Adserver Lösung von Google für Publisher und Agenturen. Ich habe den Google Admanager einige Tage auf einem kleineren Zielgruppenportal auf die Tauglichkeit zur Verwendung bei größeren Portalen getestet.

Der Admanager ist dafür da, Werbeflächen und Banner auf Websites und Portalen wie StudieVz oder Bartime.de zu verwalten. Bei einer kleineren Website ist das noch recht überschaubar, bei größeren Sites muss auf Automatisierung gesetzt werden. Die Adserversoftware ist auch für das Targeting der Banner zuständig, was immer wichtiger wird.

Adserver

Der Adserver, den Google zusammen mit dem Google Admanager stellt, hostet die Banner und liefert sie an die User aus. Das kann bei Viel Traffic eine Menge Serverperformance verursachen. Mit der Auslagerung auf die kostenlosen Google Server kann der Sitebetreiber unter Umständen so einiges an Hosting-Kosten sparen.

Targeting

In der kurzen Zeit konnte ich nicht überprüfen, wie gut das Targeting wirklich funktioniert. Ich gehe aber davon aus, dass Google das mindestens genauso gut kann, wie anderen Admanager.
Es lassen sich nicht nur Frequency Caps, Zeitgesteuerte Kampagnen oder Prioritäten setzen, sondern auch zahlreiche Filter wie zum Beispiel, Browserversion, Bertriebssystem oder selbstdefinierte Kriterien einrichten. Meine besondere Aufmerksamkeit hat das Geotargeting erregt, mit dem man Kampagnen auf einzelne Städte ausrichten kann.

Usability / Verwaltungsaufwand

Das Webinterface ist bisher noch ein wenig beta. Die Hilfefunktion gibt in der Regel Error 404 und der Weg, bis mal ein Banner eingeblendet wird, ist lang. Aber es werden alle nötigen Verknüpfungsmöglichkeiten vom Anlegen eines Werbekunden bis zur default Einblendung von Adsense für nicht verkaufte Restplätze geboten. Dafür gibt Google dem Beginner eine Einführung per Online Tutorial.
Für grosse Anzeigenmengen bietet der Admanager Import und Export von Anzeigen etc. an.

Benutzerrechte

Ein Google Admanager Account kann von mehreren Benutzern mit unterschiedlichsten Rechten verwaltet oder eingesehen werden:

  1. Administrator
  2. Vertriebsmitarbeiter
  3. Vertriebsmanager
  4. Trafficker
  5. Managementebene
  6. Anzeigenkunden

Reporting / Auswertung

Das Berichtcenter gleicht von der Anmutung in etwa dem Berichtcenter von Google Adwords oder Google Analytics. Es erlaubt umfassende Reportings nach Zeitraum, Bannerplatz, Kampagne oder Leistung eines Vertriebsmitarbeiters.

Fazit

Das Tool hat wirklich keine offensichtlichen Mankos, ausser, dass der Adminbereich noch hin und iweder einen Fehler auswirft. Sicherlich ist einige Einarbeitungszeit nötig, man kann jedoch auf das Hosting und die Aktualiserung eines eigenen Tools wie OpenAds verzichten. Ob das Tool für professionelle Vermarkter und Vertriebsagenturen taugt, wage ich aber zu bezweifeln. Die Zielgruppe sind wohl am ehesten Seitenbetreiber von Werbevermarkteten Portalen, Communities oder Blogs.

Mein Urteil:   4 von 5 Sternen

Apr
21

Magento Shopsoftware Testbericht

Magento ShopsoftwareMagento ist die neue Open Source Shopsoftware am Händlerhimmel. Viel gepriesen und auf dem Zend Framework basierend weckte der Neuling mein Interesse und ich habe mich einmal näher mit dem Projekt auseinandergesetzt.

Erster Eindruck

Die Magento Website kommt saubergestylt in schickem und zeitgemässem Design daher. Dafür, dass das Produkt sehr neu ist, ist es hervorragend präsentiert. Gut gemachte Produktvideos zu Frontend und Adminbereich machen Lust auf mehr. Natürlich fehlen auch die üblichen Elemente wie Wiki, Dokumentation, Community und Entwicklerforum nicht – allerdings sind diese noch nicht ganz so stark gefüllt wie bei der älteren Konkurrenz, z.B. OXID eShop oder XT-Commerce. Der Download ist schnell gemacht und natürlich kostenlos, denn Magento ist ja Open Source.

Screens

Basis Zend Famework

Das Zend Framework finde ich äußerst spannend! Der konsequente Model-View-Controller Ansatz von Zend ist absolut der Weg der Zukunft. Der Aufbau des Frameworks ähnelt sehr stark dem von z.B. Symfony, also eine grosse library mit zahlreichen Framework Funktionen, Die nutzung einer Datenbankabstraktion und die strikte Trennung von Anwendungslogik und Templates. Einziger Nachteil des Frameworks (und des ganzen MVC Konzeptes) ist der erhöhte Performancebedarf, der jedoch durch etwas größer dimensionierte Hardware und Caching kompensiert werden kann. Mehr zum Thema Magento Performance hat die TechDivision geblogt.

Ich finde es äußerst spannend mit einem Shopsystem zu arbeiten, welches nicht seinen eigenen MVC Rahmen bastelt, sondern auf einem optimierten Framework aufbaut. Das garantiert, dass sämtliche nur denkbaren Änderungen und Erweiterungen eigentlich problemlos integrierbar sein sollten. Ausserdem wird schnell jeder Programmierer, der das Zend Framework kennt, auch mit Magento zurecht kommen.

Installation

Im Installationspaket von Magento sind alle benötigten ZEND Framewor Bibliotheken enthalten. Daher ist die Installation – vorrausgesetzt man erfüllt mit PHP 5.2 alle Systemvorraussetzungen – durch das 5 schrittige Setup Prozedere denkbar einfach. Also ZIP Archiv herunterladen, auf den Webserver entpacken und die Domain aufrufen. Automatisch wird das Setup gestartet. Nach Angabe der Datenbankzugänge und Länderauswahl ist man dann auch schon fertig und kann in en Adminbereich wechseln oder sich das Frontend ansehen.

Im Admin erwarten den Anwender zahlreiche Optionen, doch sind diese sehr übersichtlich gegliedert – eine wahre Freude an Backend. Und wenn man einmal alle durchgeklickt hat, sind es dann doch auch nicht mehr so viele. Nach einigen Grundeinstellungen können dann auch schon die ersten Produkte eingetragen werden. Der Shop kommt mit einem vollständigen Demolayout – also kanns sofort losgehen…

Features

Die Produktpflege basiert ganz stark auf dem Prinzip von Attributen, auch Varianten – in Magentosprache „configurable products“, lassen sich darüber generieren. Ansonsten gibt es alle üblichen Shopfeatures: Crosselling, Bezahlmethoden, Newsletter, Versandmethoden, Kundenkonto, Wishlist etc. Auch ein sehr komfortables CMS ergänzt das Shopsystem. So lassen sich Promotionseiten, Landing Pages und Kundeninformationen komfortabel über das Backend pflegen und anlegen. Bewertungs- und Kommentarfunktion, Tell a friend und andere Communityfeatures runden das Programm ab.

Besonders ist auch die Möglichkeit Multishops, also mehrere Frontends aus einem Admin, zu erzeugen, wobei die Konfiguration noch etwas umständlich ist und wohl noch nicht viel Praxiserfahrung damit gemacht wurde.

Deutscher Markt

Problematisch ist natürlich bei Magento, dass es ein amerikanisches Produkt ist. Es ist einfach nicht für den Deutschen Markt entwickelt worden und erfüllt keinerlei rechtliche Anforderungen wie z.B. das „inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten“ bei der Preisdarstellung, das Häkchen zum AGB akzeptieren im Checkout, eine Datenschutzerklärung etc. – ich glaube sogar gesehen zu haben, dass man Kreditkartendaten speichern kann. Umsatzsteuerausweisung gibt es nicht – weder im Warenkorb noch in der Bestellbestätigung. Auch habe ich es erstmal nicht hinbekommen, den Shop auf Deutsch umzustellen, obwohl ich es bestimmt 1,5 Stunden lang mit Forum und Wikirecherche versucht habe. So sind der Adminbereich sowie alle Beschriftungen wie „add to cart“ statt „in den Warenkorb“ englisch. Aber das soll sich wohl laut Forum irgendwie lösen lassen…

Fazit

Magento ist eine neue Entwicklung auf dem Shopmarkt. Das bringt Schwung und Konkurrenzdruck für die Mitbewerber und mit Sicherheit auch ein hervorragendes System auf einer soliden Framework Basis – etwas, was nach jahrzentelanger Nutzung von OS und XT Commerce mal Zeit wurde. Aktuellste Techniken und ein hervorragender Communityansatz werden dem Shopsystem mit Sicherheit viele gute Jahre bescheren, für den breiten Markt ist die Software allerdings noch nicht reif. Das liegt an der Deutschland-spezifischen Problematik und daran, dass es einfach noch zu wenig Erfahrungen, Third Party Module und Schnittstellen für das System gibt. So wird man sich derzeit als Shopbetreiber noch oft als Pionier mit einer Problematik auseinandersetzen, die bei anderen Systemen schon vor Jahren gelöst wurde. Für Entwickler sicherlich eine Freude – für Shopbetreiber sicherlich an vielen Stellen teurer als eine für den deutschen Markt ausgereifte kostenpflichtige Shoplösung wie z.B. OXID eShop – aber das kann sich mit der Zeit ändern!